Mark Twain Quotes

Freitag, 22. November 2013

Architektur: Frührenaissance

Kunst der Renaissance


- „1. Epoche der Moderne“

- Wiedergeburt der Antike, jedoch steht der Bereich der Kunst nicht im Vordergrund, sondern die Denkweise/Ideen der alten Philosophen:
Der Mensch ist selbstständig, im Zentrum des Nachdenkens, das Maß aller Dinge (trotzdem Abbild Gottes), soll sein Schicksal selbst in die Hand nehmen, „Schöpfer, Beweger, Erkenner“

--> klassische Elemente werden wiederverwendet (Konzepte, Ideen) und auf eigene Zeit angewandt , aber keine Kopie


http://de.wikipedia.org/wiki/Pazzi-Kapelle

Hintergrund: Die alte Denkweise war eine wichtige Vorraussetzung für die Blüte der Kunst. Durch selbst geleistete Arbeit war Reichtum durchaus möglich mit diesem auch Macht hereinging. Somit ist eine Schicht von reichen Bürgern aufgestiegen. Beim Kampf um die Vorherrschaft stifteten viele davon Gebäude o. Ä. um sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren und somit Einfluss in der Bevölkerung zu gewinnen. Eine davon war die Händlerfamilie Pazzi, die diese Kapelle in Florenz gestiftet hat.

1. Funktion:

- Repräsentation

- religiöse Nutzung/Absicht : Gottesdienste; an ein Kloster angegliedert; Idee
des Ablasses; gottgefällig; Grabstätte für die Familie (somit Gott ganz nah ->
Hoffnung auf Himmel)

2. Konstruktion:

- Massebau/Massivbau

- Vorbau/Vorhalle:
x 6 Säulen (Prinzip von Last und Stütze)
x in der Mitte ein Rundbogen (röm.)
x darüber Blindfenster zwischen Pilastern (Pfeiler aus Wand rausmodelliert)
x darauf ganz schlichte Säulen
x zuletzt: Dach mit rundem höheren Element in der Mitte darauf eine runde
Laterne
x zwischen Säulen/Blindfenstern und Blindfenstern/ schlichten Säulen:
Architrav


- „Hintere Wand der Vorhalle“:
entsprechende Pilaster wie die Säulen als Spiegel mit dunklerem Stein auch
im Boden verbunden; in der Mitte die Eingangstür mit Dreiecksgiebel

- Innen:
x Architekturzitate (wie aus der Antike aber nicht deren Funktion)

x 3 dimensionale Architekturzeichnung:
Wenn man sich die farbigen Elemente (Pilaster, Rundbögen, Architrav)
wegdenkt, würde das Skelett immer noch stehen, somit zeigt sich wie das
Gebäude gehalten wird.
--> Konstruktion ablesbar durch farbige Elemente (Verstand, Erkenntnis
des Menschens im Vordergrund)

x Grundriss: Säulen von Vorhalle eine Linie mit Pilastern im Innenraum


3. Anschauliche Wirkung:

- Klarheit, Vernunft, Ordnung wichtige Werte in der Renaissance

- Ideal der Schönheit (Harmonie) stand im Vordergrund

- Diese Harmonie hat man versucht in der Architektur zu verwenden (z. B.
Goldener Schnitt, Symmetrie)

- hier zeigt sich eine Verbundenheit der Bauglieder (gleiche Abstände,
Symmetrie: Spielerei mit Rechteck und Quadrat im Grundriss) => Harmonie

- menschliches Maß sollte berücksichtigt werden (fassbar mit dem Verstand),
deshalb keine Überwältigung sondern eher ein Ausstrahlen von Geborgenheit

- anthropomorphe Sichtweise der korinthischen Säulen (Proportionen der
Säulen wie ein Mädchen (sehr elegant); dorische Säulen wie eine Mann;
ionische Säulen wie eine Frau)


4. Ideelle Bedeutung:

- Wiederspiegelung des göttlichen Gedankens, ultimative Harmonie zu Ehren Gottes (perfekte göttliche Schöpfung, als Beweis, dass Gott Dinge nach Schönheit/Harmonie geschaffen hat)

-Zahlensymbolik (z. B. 1= Gott, 2= Mensch, 3= Dreifaltigkeit, 4= Erde, 5= Pentagramm, 12= heiliges Jerusalem) in vielen Elementen wiederzufinden


Protokoll: V.V. 2KU4 2013

Architektur: Gotik

 

I. Skelettbau/Gliederbau am Beispiel der Gotik:


1. Spitzbögen statt  Rundbögen 

     
Spitzbogen                                                                                 Rundbogen
                                                                           
Abstand der Säulen flexibel                                                         Form und Abstand der Säulen durch                                                                                                      den Radius vorgegeben
Architekt kann die Form wählen                                                  keine große Variation möglich


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Der Spitzbogen leitet die Kraft besser nach unten, d.h. geringerer Druck zur Seite!

2. Aufbau der Hochschiffswand in der Kathedrale


Fensterzone - Triforienzone (dahinter liegt der Dachstuhl des Seitenschiffs) - Arkadenzone


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3. Aufbau des Gewölbes (des Daches)


Die sogenannten Gewölberippen bilden das Skelett des Dachs. Sie halten wie ein Spitzbogen sich selbst.
Das Fülldach wird mithilfe eines Leergerüsts aufgebaut, auf das zunächst die Dachsteine geschichtet werden. Anschließender Gebrauch von Mörtel gibt der Konstruktion zusätzlichen Halt.

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Die Decke hat sehr viel Gewicht, wird jedoch durch massive, von Innen nicht sichtbare Konstruktionen gehalten.
Diese Konstruktion kann entweder ein Strebwerk oder eine Stütze (die im 90°-Winkel zur Kirche steht) sein.

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Strebebogen

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Strebepfeiler              

 gewichtsparende Methoden

Moderne Gebäude werden ebenfalls als Skelettbau erbaut.

II. Analyse der Raumwirkung


Die Analyse der Raumwirkung lässt sich in vier Aspekte unterteilen:
a) Funktion
b) Konstruktion
c) anschauliche Wirkung
d) ideelle Bedeutung (Interpretation)

Aufgrund der Tatsache, dass man bei einem Gebäude nicht alles im Blick hat, kann sich die Analyse teilweise als schwierig erweisen!

Zwei Ansichten eines Gebäudes:


- Innen
- Außen

Von Innen kann man nie genau sagen wie das Äußere aussieht und umgekehrt gilt dasselbe!
Dadurch entstehen also unterschiedliche Anforderungen:

Außenbau: --> muss zur Umgebung passen (zur Stadt, Höhe der anderen Häuser, Farbigkeit,
                        Funktionalität etc.) 
                 --> bezieht sich auf die Umwelt
Innenbau:   --> wird durch die dort lebenden/arbeitenden Personen und deren Bedürfnisse             
                       bestimmt
                  --> bezieht sich auf den Nutzer

Analyse der Kirche

a) Funktion:


 Versammlungsraum, d.h. viele Leute müssen darin Platz haben
 früher: sogen. „Wehrkirche“ zum Schutz vor Feinden
 Zeit der Gotik: Wallfahrten: In der Wallfahrtskirche wurde man von seinen Sünden freigesprochen; Bsp: Jakobsweg
 (Durch Wallfahrten wurde auch der Skelettbau verbreitet, da manche Pilgernden diese Bauart an einer Wallfahrtskirche sahen und in ihr Heimatland brachten)
 Kapellen im Chor der Kirche für private Andachten oder Heilige
 die Kathedrale als geistliches Äquivalent des Schlosses, angebaut war dort auch das Kloster, in dem Viele (auch nicht-Geistliche) arbeiteten, sich versammelten und Zeit verbrachten)
             
--> die Kirche ist multifunktional!

b) Konstruktion: siehe erster Teil

c) anschauliche Wirkung:


1. Ehrfurcht:
 hohe Decke
 großer Raum
 Schmuck
 filigran( Innen; „wie von Gottes Macht gehalten“) --> Die Größe spielte eine sehr große Rolle!
     Deswegen stürzten jedoch auch Türme ein (Beauvais, höchster gotischer Turm der Welt mit 150m) oder das Geld reichte nicht, um sie fertigzustellen. (Beispiel: Die Kathedrale von Beauvais, die mehrmals einstürzte)

2. Mystische Wirkung:
 meist rote/blaue Buntglasfenster: verursachen violettes, geheimnisvolles Licht, mystische Wirkung
Stofflichkeit, Räumlichkeit und Plastizität werden durch die Beleuchtung verunklärt

3. Abneigung:
keine Wertschätzung des Stils in der Renaissance und Barock; „Gota“=Barbaren, diese negative Einschätzung hielt sich bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts

4. Assoziation mit dem Wald:
 im Zeitalter der Romantik (frühes 19.Jahrhundert) fand eine Auseinandersetzung mit der Natur statt, um den „eigenen“ Gott zu suchen/ zu erkennen; die Säulen erinnern an einen Wald, das Gewölbe an   Baumkronen, der Wald ist also eine natürliche Kathedrale


d) ideelle Bedeutung (Interpretation):


- Heiliger Ort; jedoch „wohnt“ Gott nicht in der Kirche wie es bei den Griechen geglaubt wurde
- Trennung von Sakralem (=Kirche) und Profanem (=außen): in der Kirche ist man von der Außenwelt völlig abgeschirmt
- Kirche galt als Abbild des zweiten Paradieses (des Heiligen Jerusalems)

Quellen:
http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/architektur/koelner_dom/img/intro_strebepfeiler_g.jpg
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/65/Salisbury_Cathedral_Interior_01.jpg
http://www.kirchengucker.de/wp-content/uploads/2007/07/800px-strebewerk.jpg
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0e/StDenis_Langhauswand2.JPG
http://www.kirchen-und-kapellen.de/images/content/baustile/gotische-Fensterreihe_4539.jpg http://www.weinstrasse.com/images/cms/C_SchlossruineBoymont_Front_Fenster_Rundbogen_RD_P6020954.JPG

Protokoll: J.S 2KU4 2013

Donnerstag, 21. November 2013

Gotik: Sainte Chapelle in Paris

Die Kirche der französischen Könige in der prachtvollsten Ausführung der Gotik.
Besonders empfehlenswert sind die Panoramen, unbedingt anschauen!

Sainte Chapelle Virtual Tour

Video: Architekturgeschichte in 10 Gebäuden

Eine kurzweilige und informative Einführung in die Architekturgeschichte!




Architektur: Gliederbau



Zu Beginn wurde das Fantasiekonstrukt einer gotischen Kathedrale betrachtet. Typisch für die Gotik waren 3 Eingangsportale, die Fensterrosette, Türme, Lang- und Querhaus, sowie der Grundriss: Es war ein Kreuz dargestellt, bestehend aus Mittel- und Querschiff, dem Chor und der Apsis.

Im Vergleich dazu hat die St. Andreaskirche in Weißenburg kein Querschiff, der Altbau (Mittelschiff und seitenschiffe) ist eher einer romanischen Kirche ähnlich, aber komplexer, weil sie nach dem Prinzip des Massebaus gebaut wurde. Das Problem am Massebau war schon früher die Höhe. Deshalb fragte man sich in der Gotik, wie man höher bauen könnte. So kam man auf den Skelettbau.

Ein Beispiel für den Skelettbau sind Fachwerkhäuser bzw. der Fachwerkbau.
Grundsätzlich sind Fachwerkhäuser folgendermaßen aufgebaut: 
Es gibt ein Fundament aus Stein, ein Tragewerk, bestehend aus vier Balken an den Ecken des Hauses (eventuell noch dazwischen, wenn das Haus sehr groß ist), welche mit Querbalken zur Stabilisierung
überdeckt werden und Diagonalverstrebungen, auch für die Stabilität. Zu dem Fundament und dem Tragewerk kommen dann die Füllwände, die aus einem Flechtwerk aus Weiden und Ton/Lehm und Stroh als Füllung für die Gefache bestehen. Trotz der Einfachheit bieten die Füllwände eine relativ gute Dämmung.

Dann wurde der Bau der Schule besprochen. Der Grundriss ist aus tragenden Säulen. Der Architekturstil wird Brutalismus genannt, man sieht also den Beton. Die gelben Wände, sind auch nicht, wie es scheint,
aus massivem Backstein, es handelt sich lediglich um Klinker, die nur so aussehen wie Backsteine und lediglich aufgeklebt sind, vergleichbar mit Kacheln in einem Bad. In den grauen ,,Säulen" dazwischen erkennt man noch die Holzstruktur vom Bau, denn die jetzigen Säulen wurden, bis sie fest waren mit Brettern zusammengehalten, damit das Material nicht wegfließt.
Die Decken bzw. Die Böden vom darüber liegenden Stockwerk wurden dann in dieses System eingehängt, was das Gesamtkonstrukt und diese dünnen Wände dann natürlich stabil macht.


http://de.m.wikipedia.org/wiki/Fachwerkhaus
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Brutalismus

Protokoll V.E. 2KU4 2013

Architektur: Massivbau



In der Architektur gibt es zwei grundlegende Bauweisen: 

den Masse-/ Massivbau
und den Glieder-/ Skelettbau
Massivbau

Schon die griechischen Tempel beinhalteten gemauerte cella für die damaligen Götter. Hierbei ist die Konstruktion im Verbundmauerwerk d.h. die Steine sind versetzt aufeinander gebaut, gemauert worden, um der Mauer mehr Stabilität zu verleihen. Die Steine bilden einen ganzen Verbund, wobei das Gewicht auf mehrere Steine verteilt wird. Aus dem einzelnen leichten Element wird somit ein einziges schweres Element.

Eine Herausforderung ist es, ein Dach auf ein Haus zu setzen. Architekten des antiken Griechenland wenden  das Prinzip von Last und Stütze an, welches sowohl für Stein- als auch Holzhäuser (Fachwerkhäuser) funktioniert. Es müssen viele Stützen in das Haus oder in einen Tempel eingebaut werden, worauf dann ein waagrechter Architrav  über die senkrechten Stützen gelegt werden muss. Dies ist die Grundkonstruktion, worauf ein Holzdach gebaut werden kann. Wobei man bei dieser Bautechnik nur bis zu einer bestimmten Höhe bauen kann, da Stein zwar hart und fest ist, bei zu hohem Druck jedoch spröde wird. Die Gebäude sind nicht wettersicher. Dies spielt allerdings nur regional eine Bedeutung.

Bei Fenstern bis zu einer bestimmten Baubreite, kann ebenfalls dieses Prinzip angewendet werden. Sobald man aber größer und breiter bauen will, muss man mit Rundbögen arbeiten. Diese sind halbkreisförmig und lenken den Druck auf die umliegenden Steine ab. Um diese Rundbögen anzubringen, muss zunächst eine Hilfskonstruktion angebracht werden 
Dann müssen die Steine, welche außen breiter sein müssen als innen, damit sie in die Halbkreisform hineinpassen, um die Hilfskonstruktion angebracht werden. Oben in der Mitte befindet sich dann ein Schlussstein. Diese Bauweise ist nur für schweres Material geeignet, da der Bogen sich durch sein eigenes Gewicht selber halten muss. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass Stein immer noch bei zu hohem Druck schnell spröde wird. Ein Beispiel für diesen Bau ist der Dom von Speyer aus der Romanik.
Der Nachteil der Bogenarchitektur ist, dass die Bögen immer Halbkreisförmig sein müssen.


Das Pantheon (2. Jhd. n. Chr.) besitzt eine Rotunde (Baukörper auf kreisförmigem Grundriss) und einen Vorbau, der stark an die griechischen Tempel, welcher sich allerdings in der römischen Architektur befindet, erinnert. Dieser Portikus (Säulenhalle) beinhaltet mindestens eine Reihe von Säulen und besitzt ein Dreiecksdach. Dieser Vorbau ist dazu da, um den Eingang von bedeutenden Bauwerken zu kennzeichnen (z.B. Glyptothek, Museen, Gerichte) und natürlich um dem Besucher Erhabenheit zu vermitteln.
Der kreisförmige Grundriss des Pantheons beinhaltet Nischen mit Altären vieler Götter. Die Idee des Pantheons (von altgriechisch πᾶν pān „alles“ und θεός theós „Gott“) war es, ein Gebäude in Rom für alle Götter zu haben, ohne einen besonderen Gott hervorzuheben. Bei der Kuppel des Gebäudes, wurde ebenfalls mit einer Bogenarchitektur gearbeitet. Statt des Schlusssteins wurde an der Decke ein Loch gelassen und es wurde ebenfalls eine Kassettendecke (weist an ihrer Unterseite in regelmäßiger Anordnung kastenförmige Vertiefungen (Kassetten) auf) mit eingebaut.
Um die Wände zu entlasten, wurden über den Nischen gemauerte Entlastungsbögen eingebaut, da in den Nischen die Mauern nur halb so dick waren und so das Gewicht der darüberliegenden Mauer und des Gewölbes nicht hätten sicher tragen können.

Protokoll: V.A. 2KU4 2013